Direkt zum Inhalt

Umgang mit Lehrkräften & Co

Posted in Aufklärung, and Twitter Threads

Dies ist ein Unroll eines Twitter-Threads, für die Menschen, die das so lesbarer finden.

Umgang mit Kindergarten- und Lehrpersonal (u.ä.) als polyamore und queere Eltern.

Zuallererst sei gesagt, dass ihr es niemandem schuldet, eure Geschichte zu erzählen.

Wie ihr liebt und lebt betrifft aber natürlich auch den Alltag eurer Kinder.

Insbesondere wenn die Familienkonstellation in der euer/e Kind/er groß wird/werden, sehr von Mama+Papa+1,5 Kinder -Norm abweicht, kann es wichtig sein, dass darüber auch die Menschen Bescheid wissen, die eure Kinder beschulen, trainieren, betreuen.

Doch wenn ihr einfach sagt „Hi, ich bin das nicht binäre Elter dieser drei Kinder, wir leben in einer polyamoren Patchworkfamilie und wer zu wessen Familie gehört dürfen die Kids selbst entscheiden.“ werdet ihr damit kaum auf Verständnis stoßen, sondern meist auf Verwirrung.

Ihr könnt euch entscheiden, da keine Aufklärungsarbeit reininvestieren zu wollen und Nachfragen abblocken.

Aber da die meisten von uns ja ein Interesse daran haben, die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Co im Sinne des Kindes gut zu gestalten, passiert das selten.

Ihr könnt euch aber entscheiden, sehr bei euch zu bleiben. Erklärt eure persönliche Situation. Ihr müsst nicht über jeden Aspekt von queerem Leben aufklären.
Ihr dürft sagen:
„Das möchte ich nicht weiter ausführen.“
„Das ist mir zu schwer zu erklären.“
Ihr könnt auch sagen:
„Da kann ich Ihnen gern Literatur zu empfehlen.“
„Ich kann Ihnen gern eine Mail mit einigen Blog- und Podcastempfehlungen schicken.“
„Es gibt Menschen, die da Workshops zu anbieten, vielleicht möchte die Schule/Kita/der Verein einen buchen?“

Die meisten Lehrkräfte und Erzieher_innen, die ich erlebe, sind aufgeschlossen, Neues zu lernen. Aber vieles braucht Zeit. Um- Neu- und Mitdenken passiert nicht über Nacht nach einem Gespräch. Aber ihr seid auch nicht in der Pflicht, das zu begleiten.

Ihr dürft euch abgrenzen, ihr dürft sagen „Ich möchte, dass Sie einfach die folgenden Punkte beachten:
[Beispiele]
– mein Kind hat keine Mutter, ich bin das Elter
– unser Kind hat drei Papas
– ich habe drei für das Leben des Kindes relevante Partnerpersonen
– …“

Ihr dürft konkrete Bitten formulieren:
„Bitte sprechen Sie mich als Ravna Siever an, nicht als Herr oder Frau Siever.“
„Bitte lassen Sie mein Kind zum Muttertag für beide Mütter basteln.“
„Bitte fangen Sie an, im Lehrmaterial auch neutrale Begriffe zu verwenden.“
„Mir ist aufgefallen, das im Material der Kinder nie Familien wie unsere vorkommen. Ich würde Ihnen gerne eines unserer Bücher über Regenbogenfamilien ausleihen, damit Sie das im Unterricht besprechen können.“
„Bitte korrigieren Sie mein Kind nicht, wenn es in Ihren Augen „falsche“ Pronomen für jemanden verwendet. Im Zweifelsfall können Sie mich fragen/empfehle ich Ihnen diese Übersicht/…“
„Bitte korrigieren Sie mein Kind nicht, wenn es sagt xyz gehört zu seiner Familie.“

Es ist völlig okay, erschöpft zu sein davon, dass das eigene Leben immer in die Sichtbarkeit gekämpft werden muss. Es ist nicht okay, das an Menschen auszulassen, die nichts dafür können, dass es diese Sichtbarkeit nicht gibt und sie noch lernen müssen.

Es gibt Menschen, die diese Aufklärungsarbeit für euch gerne übernehmen. Mich zum Beispiel.

Tolle Bücher & Co findet ihr für euch selbst & zum Weitersagen bei @transfabel.

Wenn ihr meine Arbeit finanziell unterstützen wollt, dürft ihr das gern hier: https://ko-fi.com/zesyra

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.